„Ponto hat alles verändert“

Oscars Eltern wussten, dass die Hirnhautentzündung, die er mit neun Monaten hatte, dauerhafte Schäden hervorrufen könnte. Aber sie waren nicht darauf vorbereitet, herauszufinden, dass ihr kleiner Junge auf einem Ohr taub war. Heute ist Oscar ein glücklicher, lebhafter Achtjähriger, der ein normales Leben führt, auch in schwierigen Situationen.

Name: Oscar Oliver Nancke
Indikation: Einseitige Taubheit durch Meningitis

Die Wahl des Ponto war eine große Erleichterung für seine Eltern, die im Laufe der letzten Jahre einige wichtige Entscheidungen im Umgang mit seiner Hörminderung treffen mussten. „Wir hatten keine Ahnung, dass Oskar auf einem Ohr taub war, bis zu diesem Tag beim Arzt, als er fünf war“, erklärt Oscars Mutter Camilla.

Keine Anzeichen für Hörminderung

Obwohl er nach der Meningitis eine Reihe von Untersuchungen unterzogen wurde, hatte niemand der Familie gesagt, dass eine Hörminderung ein potentielles Problem darstellen könnte, und niemand hatte Veränderungen in Oscars Benehmen festgestellt, die auf Hörprobleme hindeuten hätten können.

„Bei dieser Untersuchung war ich schockiert! Das hatte ich wirklich nicht erwartet. Man sagte uns ganz plötzlich, dass er keine wirkliche Hörfähigkeit auf seinem rechten Ohr habe. Dann gab man uns eine Broschüre über Kinder mit schwerer Hörminderung. Aber niemand sagte uns, was wir eigentlich dagegen tun könnten“, erzählt Camilla weiter.

Zwar kam die Diagnose einseitige Taubheit für Oscar und seine Eltern aus heiterem Himmel, es gab aber Hoffnung in Form einer knochenverankerten Hörlösung. Diese nutzt die natürliche Fähigkeit des Körpers, akustische Vibrationen über Knochenleitung an das Innenohr zu senden. Sie kann den Ton an der tauben Seite aufnehmen und auf das gute Ohr übertragen, so dass Sprache auch auf der tauben Seite viel einfacher zu verstehen ist.

 

Einen Weg durch das medizinische Labyrinth finden

Das Krankenhaus bot nur wenig Information an, so dass Camilla online selbst recherchierte. Sie wandte sich auch an den Hausarzt der Familie, der Oscar an einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) überwies. Bei diesem Termin empfahl der Spezialist der Familie, sich an einen Pädaudiologen zu wenden. So erfuhren Sie von teilimplantierten und im Knochen verankerten Hörsystemen.

„Ich begann, im Internet nach im Knochen verankerten Lösungen zu suchen, und fand einige Patientenwebsites, aber ich brauchte eigentlich mehr Informationen über Kinder, die auf einem Ohr taub sind. Ich wusste, dass einseitige Taubheit sich auf psychologische und soziale Aspekte der Entwicklung eines Kindes auswirkt, und ich wollte alle verfügbaren Informationen finden, damit ich für meinen Sohn die beste Entscheidung treffen konnte“, so Camilla.

Das Softband gab eine Vorstellung vom Endergebnis

Die Entscheidung für einen teilimplantierten Knochenleitungs-Hörprozessor bedeutet einen kleinen Eingriff, bei dem ein kleines Titanimplantat in den Knochen hinter dem Ohr eingesetzt wird. Ist die Stelle verheilt, wird der Hörprozessor mit einer Schnapp-Kupplung verbunden und kann dann Schallwellen über den Knochen direkt an das Innenohr leiten. Doch vor dem Eingriff kann der Hörprozessor getestet werden, indem man ihn an einem Testbügel, Softband oder Kopfbügel trägt. Dies gibt dem Benutzer eine Vorstellung davon, wie nützlich er in verschiedenen Alltagssituationen sein kann, und bietet der Familie die Möglichkeit, zu entscheiden, ob die Lösung für Ihr Kind das Richtige ist.

„Als sich in die Schule kam, trug ich das Softband. Es war etwas lästig, aber ich konnte dadurch wirklich besser hören – im Unterricht und auch in den Pausen“, sagt Oscar.
Auch Camilla bestätigt, dass sie mit dem Hörprozessor am Softband eine sofortige Veränderung an Oskar bemerkten. Sobald er ihn einschaltete, begann er zu strahlen.
 

Keine leichtfertige Entscheidung

Nach einer Phase mit dem Softband, in der Oscar den Unterschied für sein Hörvermögen erfahren konnte, sprachen er und seine Eltern mit dem HNO-Spezialisten im Krankenhaus über einen Wechsel vom Softband zum Implantat.

„Wir als Eltern mussten über die Vor- und Nachteile eines Implantats sprechen, aber am Ende hatten wir das Gefühl, dass ein im Knochen verankertes Implantat für Oskar die beste Langzeitlösung sei“, erklärt Camilla.


Sorgen teilen, Unterstützung finden

Wie die meisten Eltern, deren Kinder operiert werden müssen, war auch Oscars Mutter nervös und hatte viele Fragen. Die Ärzte und Mitarbeiter im Krankenhaus konnten die meisten davon beantworten, aber Camilla fand noch eine weitere Informationsquelle, die für ihre Suche nach Antworten unschätzbar war.

„Ich fand einige tolle Netzwerkgruppen. Sie halfen mir, die Lösung zu verstehen, und boten mir Gelegenheit, mit anderen Menschen in derselben Situation zu sprechen. Das hat mir wirklich geholfen, das Implantat aus der Sicht des Kindes zu sehen.“

Der Eingriff

Nachdem die Hauptentscheidung, das Implantat einsetzen zu lassen, getroffen war, lag die nächste Entscheidung beim Chirurgen. Der Eingriff kann in einem oder in zwei Schritten durchgeführt werden. Beim zweizeitigen Eingriff wird im ersten Schritt das Implantat eingesetzt und im zweiten die Schnapp-Kupplung befestigt. Die zweizeitige Operation wird oft bei Kindern wie Oskar und anderen Patienten verwendet, deren Knochen weich, dünn oder von schlechter Qualität ist.

Im Mai 2012 wurde Oskar erstmals operiert und vier Monate später wurde die Schnapp-Kupplung angebracht. Die Familie war zwar nervös, aber das Verfahren ist einfach und lief nach Plan.

„Ich musste sehr früh morgens aufstehen und meine Mutter brachte mich ins Krankenhaus. Es war ein komisches Gefühl zu wissen, dass ich operiert werde. Ich bekam Medizin und schlief ein. Aber als ich wieder aufwachte ging es mir gut“, erklärt Oskar.


Der Alltag mit Ponto

Die Heilungsphase nach der Operation verlief gut und Oscar bekam seinen Hörprozessor wie geplant. „Der Unterschied war groß und ich musste mich erst daran gewöhnen. Der Ponto hat alles verändert. Ich kann dem Unterricht viel leichter folgen und mit meinen Freunden spielen“, sagt Oscar.

Camilla bemerkte auch, dass Oscar am Ende des Tages mehr Energie hatte, weil es ihm nicht mehr so schwerfiel, den ganzen Tag mit allem um sich herum Schritt zu halten.

Die Hygiene an der Schnapp-Kupplung wurde schnell ein Teil von Oscars Alltag. Camilla und Oscar lernten schnell, wie der Bereich mit einem Wattestäbchen gereinigt wird, und Oscar lernte, die Batterien selbst zu wechseln.

„Am Anfang halfen wir Oscar, die Stelle der Schnapp-Kupplung zu reinigen und die Batterien auszutauschen, aber jetzt sehen wir nur noch zu, wie er es selbst tut. Der Hörgeräteakustiker war auch sehr hilfreich. Ein nützlicher Tipp, den wir bekamen, war, die Batterien immer an einem festen Tag zu wechseln“, erklärt Camilla.


Cool für die Schule

Camilla konnte beobachten wie Oscar mit seinem neuen Implantat und Hörprozessor viel leichter lernt und mit seinen Klassenkameraden interagiert. Die Leistung des in den Knochen implantierten Hörprozessors ist eine beträchtliche Verbesserung im Vergleich zur Softbandlösung. Außerdem ist es bequemer und diskreter, so dass Oscar oft ganz vergisst, dass er das Gerät trägt.

Oscar kann mit den verschiedenen Aufklebern dazu seinen Hörprozessor auch individuell gestalten. Er liebt es nicht nur, ihn zu dekorieren, auch die anderen Kinder in der Schule finden es cool.

Jetzt, da sie die großartigen Vorteile des Ponto Hörsystems für Oscar sehen, wissen seine Eltern, dass die Entscheidung, ihrem Sohn eine knochenverankerte Hörhilfe zu geben, zweifelsohne die richtige war.